Steifes Genick in der Kunsthalle: der fabelhafte Dildo von Amélie

Feuilleton | aus FALTER 08/09 vom 18.02.2009

Bei der Ausstellungseröffnung von "The Porn Identity" in der Kunsthalle trug die Künstlerin Marlene Haring einen Sticker mit der Aufschrift "Show Me Yours, I'll Show You Mine". Damit lud sie die Vernissagenbesucher ein, mit ihr in einen Schrank zu steigen und so die Hosen hinunterzulassen wie zuletzt in der Kindheit beim Doktorspielen. Sehr zum Gefallen der Künstlerin verselbstständigte sich die Performance im Laufe des Abends. Rund 70 Personen stiegen in Harings Schrank, drei Paare sollen darin Sex gehabt haben. "Es war sehr gut", meinte Haring am Tag darauf über die Nummer, bei der sie selbst zugesehen hat.

So viel zu den ersten konkreten Stimulationseffekten der Pornoausstellung. Ein denkbar aufgelegtes Thema: Nacktheit und Sex verkaufen sich im Ausstellungsbetrieb ebenso gut wie in den Medien. Lange nur mit "pfui" bedacht, häufen sich neuerdings Symposien, Filmfestivals, Reader und Schwerpunkte in Kunstzeitschriften zum Thema Pornografie. Florian Waldvogel und Thomas Edlinger haben


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