Bad Governance in der Berggasse: Wie die öffentliche Hand das Freud-Museum verkommen lässt

Feuilleton | aus FALTER 08/09 vom 18.02.2009

Vor zwei Jahren veröffentlichte Kulturministerin Claudia Schmied ein Grundsatzpapier zur Museumsreform, in dem es unter anderem um "Governance" ging - also die Zusammenarbeit zwischen Kulturpolitik, Verwaltung und Institutionen. Die mit der Ausgliederung der Bundesmuseen verbundene Selbstständigkeit könne nur dann funktionieren, "wenn es klare Spielregeln zwischen dem Eigentümer, dem zuständigen Aufsichtsorgan und der Geschäftsführung der einzelnen Häuser gibt". Das Wiener Sigmund-Freud-Museum ist ein Beispiel dafür, was passieren kann, wenn eine Institution sich selbst überlassen wird.

Um eine rechtlich und ökonomisch tragfähige Konstruktion zu schaffen, gründete die Sigmund-Freud-Gesellschaft, also der das Freud-Museum betreibende Verein, eine Stiftung. Das eigentliche Stiftungsvermögen aber brachte die Stadt Wien ein, das Haus Berggasse 19, in dem das Museum beherbergt ist. Im Stiftungseifer wurden freilich einige Dinge übersehen. Zum einen vergaßen die Vereinsmitglieder,


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