Stadtrand

Urbanismuskolumne

Stadtleben | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 08/09 vom 18.02.2009

Endlich eine Kolumne, in der Möpse vorkommen!

Die Frau mit den Möpsen hat einfach nur resigniert. Ihre Augen blickten noch trauriger als die der beiden Hunde, die da am Ende der Leinen in ihrer Hand befestigt waren und ihre Geschäfte verrichteten. Vielleicht sollte man erwähnen, dass die Frau mit den Möpsen mitten in einer gepflegten Blumenrabatte stand und das städtische Gackerlsackerl parat hielt. "Ich darf das", war ihre Antwort auf die Frage, ob sie eh wisse, dass das hier jetzt kein Hundeklo und dass auf den Bänken rund ums Beet beim nächsten Sonnenstrahl wieder Menschen sitzen werden - auf Nasenhöhe mit den Exkrementresten ihrer Hunde. "Ich darf das, das Stadtgartenamt hat es mir erlaubt." Was ist mit der Hundezone gleich nebenan? "Da gehe ich nicht mehr hin, die ist so zugeschissen", sagte die Möpsefrau mit leidender Stimme. Währenddessen pinkelten ihre Hunde auch noch mit feinem Strahl einen Rosenstrauch an. Dann kam die Sensation: "Außerdem ist das ein guter Dünger." Tja, man muss sich die Welt einfach Pippi-Langstrumpf-mäßig zurechtmachen, tralalala, wie sie mir gefällt.


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