Die Sache mit den Haken

Stadtleben | aus FALTER 08/09 vom 18.02.2009

Unterhosen und Unikate: Ein Wiener verfasste die erste Biografie über den Erfinder des Klettverschlusses

Porträt: Wolfgang Paterno

Die erste Kontaktnahme mit der Klettensache verlief kritisch. Juli 1958, ein Tag im Hochsommer. Georg Salcher absolviert in Nyon, einem Dorf am Genfer See, auf halbem Weg zwischen Genf und Lausanne, eine geschäftliche Unterredung. Für den Spross einer Wiener Kaufmannsfamilie ist der Termin zunächst eine Sache der Routine, eine weitere kaufmännische Konsultation unter vielen. Am Tisch im Restaurant Clos de Sadec sitzen Salchers Ehefrau und ein Schweizer Techniker namens Georges de Mestral, damals 49, zerknitterter Anzug, eingedellte Kopfbedeckung, Besitzer eines Citroën 2 CV.

Man genehmigt sich einen Aperitif, ein erstes geschäftliches Vortasten. "Es handelt sich um Velcro", beginnt der Ingenieur aus der Schweiz - und erntet fragende Blicke. Darauf lockert Georges de Mestral den Gürtel seines Beinkleids. Er zieht den Bund seiner Unterhose hervor, öffnet


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