Prost!

Lexikon der Getränke. Diese Woche: Tanqueray Ten

Stadtleben | aus FALTER 08/09 vom 18.02.2009

Der große Gin aus der sehr kleinen Brennblase

Gin kommt gerade ziemlich wieder. Die augenblickliche Renaissance beziehungsweise Neuerfindung der Cocktailkultur lenkte das alkoholische Interesse wieder sehr auf die Spirituosenklassiker Wodka und Gin. Und die Ambition, auf diesem Sektor immer bessere und edlere und wundervollere Produkte zu generieren, führte schließlich zum Edel-Gin "Ten" der eh schon unumstritten besten Ginmarke Tanqueray aus dem Londoner Stadtteil Bloomsbury.

Der Name "Ten" rührt daher, dass die vierte und letzte Destillation dieses Spirits in einer kleinen ehemaligen Experimentalbrennblase aus dem 19. Jahrhundert namens "Tiny Ten" gebrannt wird. Da passen dann offenbar lediglich 400 Liter hinein (im Gegensatz zu den 12.000 Litern der normalen Tanqueray-Anlage), also Kategorie "small batch". Außerdem werden neben den diversen Gewürzen (Wacholder, Koriander, Kamille, Angelika ...) noch frische Zitrusfrüchte mitdestilliert, und das wird angeblich sonst nirgendwo auf der Welt so gemacht.

Das Ergebnis ist ein sehr superer, delikater Gin ohne jede Vordergründigkeit, aber mit einer ganz feinen, fruchtigen Zitruszusatznote hintennach.

Hat man zufällig auch noch den besten Wermut der Welt zu Haus (ganz klar: Noilly Prat), ein bisschen Eis, eine Olive und das etwa 400-seitige Handbuch zum Mixen des wahrhaftigen Martini, steht der Zubereitung des einfachsten und zugleich schwersten Cocktails somit nichts mehr im Weg. FH


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