Vergebliches Lustgequietsche

Steiermark | aus FALTER 08/09 vom 18.02.2009

Andrea Stift legt in "Klimmen. Erzählung einer WG" Hand ans Genre "Schmuddel-Sex"

Buchbesprechung: Paul Pechmann

Nach ihrem beachteten Debüt "Reben", das die Lebensgeschichte ihrer matriarchalischen Großmutter zum Inhalt hat, richtet die 32-jährige Andrea Stift auch in ihrem neuen Buch ihr Augenmerk auf Konventionen des privaten Zusammenlebens und die Möglichkeiten von deren Überschreitung. Gerade in einer studentischen Wohngemeinschaft wird nach Stifts Auffassung die Intimität der Verhältnisse als nicht weniger bedrückend erfahren als in der familiären Zelle: Durch "das distanzlose Wissen über die anderen" werde, wie es in "Klimmen" heißt, eine WG "zu einem familiären Konstrukt", aus dem es "kein Entkommen" gebe.

Solche Beengtheit resultiert in Stifts WG aus deren Entstehungsgeschichte: Gegründet wird sie von der Ich-Erzählerin zusammen mit deren Partner Martin sowie ihrer Schulfreundin Annabell und Stefan, deren neuester Bekanntschaft. Nach einiger Zeit wird klar, dass Martin


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