Kritik

Der Brennwert des Lebens: Schwabs "Eskalation"

Lexikon | Sebastian Fasthuber | aus FALTER 08/09 vom 18.02.2009

Noch mehr Senf. Noch mehr scharfen Senf auf mich hinauf." Helmut Brennwert (stark: Helmut Schuster) verbringt seine Zeit in "Arbeitsratlosigkeit" beim Würstelstand ums Eck. In der Sparkasse, die ihm als Ort seiner Träume erscheint, dagegen ist er beim leitenden Angestellten (gut: Oliver Baier) nicht gut angeschrieben. Das Ensemble Theater zeigt "Eskalation ordinär", eines der letzten Stücke von Werner Schwab (1958-1994) und von der Aussage wohl eines der finstersten: Hat der Mensch keine Arbeit, verfügt er über keinerlei Wert. Brennwert wird das von seiner Umwelt wortreich wie auch mittels körperlicher Gewalt vermittelt. Die Inszenierung von Peter Gruber ist angenehm zurückhaltend, lässt Schwabs ungebrochen furiose Sprachgewalt wirken und die Schauspieler agieren. Und siehe da: Es geht sich immer noch eine kleine Eskalation aus. Nach der Premiere wurde von der MA 11 prompt ein Jugendverbot verhängt.

Ensemble Theater, Fr, Sa, Di-Do 19.45 (bis 6.3.)


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