Musiktheater Kritik

Porno im Theater: Cabaret der Verlorenen Seelen

Lexikon | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 08/09 vom 18.02.2009

Die Pornografisierung der Hochkultur geht weiter. Das Stadttheater bringt nun mit dem französischen Kammermusical "Cabaret der Verlorenen Seelen" die Story eines Pornodarstellers: Ein schwuler Tätowierer, eine Transe und ein Typ, den sie "Schicksal" nennen, spielen dort mit ihm sein Leben durch - wie es verlaufen könnte, würde er sein Schicksal annehmen. Tatsächlich handelt es sich dabei um sehr sperrigen Stoff, Perspektiven und Rollen wechseln, die Handlung ist nicht unkomplex, die Texte sind witzig und intelligent. Überraschenderweise verzichtet man bei der deutschsprachigen Erstaufführung aber weitgehend auf Überzeichnungen, Kreischtunten und andere Klischees. Das Klischee vom überagierenden Musicaldarsteller wird aber leider trotzdem bestätigt.

Stadttheater Walfischgasse, Di, Mi 20.00 (bis 21.3.)


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige