Kritik

Nature morte, kräftig gewürfelt

Lexikon | aus FALTER 08/09 vom 18.02.2009

Stillleben über Stillleben heißt es in der Ausstellung, die Werke von Georges Braque (1882-1963) zeigt. Der Künstler begeisterte sich zu Beginn seiner künstlerischen Laufbahn für starke Farben. Im ersten Teil der sehenswerten Schau hängen heitere Hafen- und Hügelansichten aus Braques fauvistischer Phase. Unter dem Einfluss Cézannes und Picassos beginnt der Künstler kurz darauf, Landschaften auf geometrische Formen zu reduzieren. In den konstruierten Bildern tritt die Tektonik der Sujets reliefartig hervor. "Wie eine Seilschaft in den Bergen", beschrieb der Künstler seinen engen Austausch mit Picasso ab 1909. Die Schau zeigt beachtliche Werke aus der Phase des analytischen Kubismus, etwa "Geige und Palette", das Bildillusion und deren Zerstörung gleichzeitig integriert. Wenig später besann sich Braque auf seine Ausbildung als Dekorationsmaler und begann in seinen Collagen neben Wortfetzen auch Zeitungsausschnitte oder Holzimitate zu verwenden. Die Ausstellung beweist, dass Braques Werk bis zuletzt wechselvoll und interessant blieb. NS

Bank Austria Kunstforum, bis 1.3.


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