Wir sind Saualm

Politik | aus FALTER 09/09 vom 25.02.2009

Ausgrenzen, Angst schüren, kriminalisieren: Dafür war die Saualm gedacht. Zu Besuch bei den Asylwerbern, die der Sonderanstalt entkamen

Reportage: Sibylle Hamann

Das letzte Stück geht man dann zu Fuß hinauf. Weit ist es nicht mehr, wenn man die letzten Einzelgehöfte von Wölfnitz hinter sich gelassen hat. Der Schotterweg ist mehrere Zentimeter dick vereist. Durch ein Fichtenwäldchen geht’s, die Luft ist würzig, es riecht nach Rucksack und Wandertag, unter den Schuhen knirscht der Schnee, aber viel Kraft hat er nicht mehr. Bald wird alles tauen, und der Frühling ist da.

Oben auf der Wiese blendet die Sonne. Es ist ein prachtvoller Blick hinunter, zumindest für Menschen, die noch nie in einem Fichtenwäldchen in einen Hinterhalt geraten sind oder sich vor Tretminen fürchten mussten. Neben dem Kinderheim steht eine Schaukel. Auf den Fensterscheiben pickt der blaue Elefant aus der „Sendung mit der Maus“. Ein Wachmann steht auf der Türschwelle. Er trägt die Uniform eines Security-Unternehmens,


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