Die Unterschiede jenseits von Schwarz, Weiß oder Gelb

Politik | aus FALTER 09/09 vom 25.02.2009

Warum Rassismus jenseits der Hautfarbe wirkt: Zwei Wiener Wissenschaftlerinnen definieren einen alten Begriff neu

Rezension: Lisa Mayr

Rassismus hat viele Gesichter. Mal tritt er sehr direkt und aggressiv zutage, dann wieder subtil, zwischen den Zeilen, in Andeutungen. Wer mit offenen Augen durch Wien geht, wird auf einen unverhohlenen, im Schutz der Nacht an Hausmauern gekritzelten Rassismus stoßen, aus dem zum Beispiel mit den Worten „Tötet Neger!“ der Hass des Feigen schreit. Die Schmierereien bleiben oft monatelang stehen, ehe sie endlich ein beherzter Mensch oder – noch immer viel zu selten – die Stadt Wien entfernt. Die Literaturnobelpreisträgerin Toni Morrison sagte bei ihrem Wien-Besuch vor ein paar Monaten, dass solche Parolen an Hauswänden in den USA wohl zu schweren Unruhen führen würden. In Wien lässt man sich von dem bisschen Rassismus nicht aus der Ruhe bringen. Der Anblick ist ja vertraut, Derartiges gehörte schon einmal zum Stadtbild.

„Rassen gibt es, weil

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