Nachgesehen

Politik | Christine Baumgartner | aus FALTER 09/09 vom 25.02.2009

Der Schauplatz, am Tag nach dem Geschehen noch einmal betrachtet

Was der Opernball mit einem Rockfestival gemeinsam hat

Eine junge Frau verscheucht alle, die zu lange auf der Feststiege stehen. Sie kehrt hunderte Rosen – oder zumindest was von ihnen übriggeblieben ist – auf. Am Abend davor verkündeten hier heimische Politiker, wie wichtig der Ball für die Wirtschaft sei. Da, wo sie gestern auf und ab liefen, um eine Kamera zu erwischen, trampeln nun 300 Mitarbeiter herum. Walter Renner organisiert die Aufräumarbeiten seit zehn Jahren. „Eigentlich sollten Sie sich das um fünf Uhr früh anschauen, da ist richtig viel los“, sagt der 52-Jährige. Es komme auch vor, dass um diese Zeit noch Gäste herumtorkeln. „Das sind dann immer die anstrengenden Leute.“ Am Vormittag ist der Ballsaal wieder sauber, nur in der Pink Bar riecht es noch wie bei einem Rockfestival nach Alkohol, Menschenmassen und Rauch. „Bis Mittag muss alles fertig sein“, sagt Renner. Am Nachmittag kommen 7000 Kinder zur Zauberflöte. Dann liegt er wahrscheinlich schon im Bett: Er hat seit 27 Stunden nicht geschlafen.


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