Technik

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Medien | aus FALTER 09/09 vom 25.02.2009

Dem Mitspieler einmal so richtig in die Fresse hauen

Prüfbericht: Thomas Vašek

Wollten Sie sich immer schon einmal prügeln? Irgendeinem Kerl so richtig die Fresse polieren? Im guten alten Straßenkampf, mit bloßen Fäusten – Mann gegen Mann? Typen wie Ryu, „M“ oder Crimson Viper stehen bereit. So heißen die notorischen Schläger in „Streetfighter 4“, der Neuauflage des legendären Prügelspiels für die Konsolen XBox 360 und PlayStation 3. Anfang der Neunzigerjahre wurde der zweite Teil der Streetfighter-Reihe zum Kassenschlager. Am Erfolgsrezept hat sich seither wenig geändert. Streetfighter 4 ist ein ehrliches Spiel. Keine Handlung, keine Rätselaufgaben, kein Schnickschnack. Strategie? Fehlanzeige. Die mangaartigen Comicfiguren sind zwar dreidimensional gezeichnet – doch gekämpft wird ganz altmodisch in 2D.

Es geht einfach nur ums Hauen, das freilich in allen erdenklichen Varianten und Techniken. Mit anderen Worten: Streetfighter 4 ist so archaisch wie der reale Straßenkampf – ein Spiel ohne Regeln, also Ernst. Zelebriert wird indes nicht die Gewalt an sich, sondern das Kräftemessen. Darin liegt der Unterschied zum blindwütigen Egoshooter: Zweikampf ist auch eine mentale Auseinandersetzung. In Streetfighter 4 kann man via Internet gegen Kontrahenten in aller Welt antreten. Das gibt der Globalisierung eine neue Dimension: Wir können nicht bloß mit Menschen in aller Welt kommunizieren, sondern mit ihnen auch einmal schnell „vor die Türe“ gehen.

Thomas Vašek ist Chefredakteur des PM-Magazins und rezensiert für den Falter jede Woche Mediengadgets


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