Ein Kind von Traurigkeit

Feuilleton | aus FALTER 09/09 vom 25.02.2009

Soap&Skin ist der erste MySpace-Popstar Österreichs. Mit ihrem CD-Debüt wird sie die echte Welt erobern

Porträt: Gerhard Stöger

Die junge Frau auf der Bühne ist ganz in Schwarz gekleidet, ihr bleiches Gesicht wird von wirrem, dunklem Haar umrahmt, sie wirkt schüchtern. Sie steht hinter einem Klavier und singt „Spiracle“, ihre Lied gewordene Reflexion einer kaputten Kindheit. „Please, help me“, fleht sie mit brüchiger Stimme an einer Stelle des Songs, an einer anderen dreht sie sich vom Mikrofon weg und brüllt endlos wirkende, durchdringende Sekunden lang unverstärkt ins Auditorium.

Sie brüllt mit einer Intensität, dass die Luft zu gefrieren scheint – und das Publikum mit der bangen Frage zurückbleibt, ob diese junge Frau einfach ein unglaubliches Talent zur dramatischen Pose hat oder ob das dargestellte Leid womöglich doch eine authentische Erzählung ist.

Die junge Frau heißt Anja Plaschg, als Musikerin nennt sie sich Soap&Skin. Wie genau Mensch und Kunstfigur zu trennen


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