Nüchtern betrachtet

Warum ich nicht auf Facebook zu finden bin

Feuilleton | aus FALTER 09/09 vom 25.02.2009

Feuilletonchef Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

Von Menschen, mit denen ich realphysischen Umgang im guten alten Raum-Zeit-Kontinuum pflege, ist mir hinterbracht worden, es gäbe eine Initiative, mich auf Facebook zu locken. Facebook ist, wie ich der letzten Falter-Ausgabe entnommen habe, eine „Social-Network-Seite“, aber auch ein „Freundschaftsportal“. Da ich gemischtsprachige Bindestrichsynthesen mäßig elegant finde, wäre ich eher für das „Freundschaftsportal“. Das klingt auch schön feier-, ja nachgerade weihnachtlich: „Macht hoch die Tür, das Tor macht weit.“ Leider muss ich diese Türe aber geschlossen halten. So ist das nämlich mit den neuen Medien: Öffnet man die Tür auch nur einen Spalt, kommt gleich eine Abrissbirne hinterhergesaust und schlägt mit der Tür die ganze Fassade aus dem Haus – es zieht, und alle können einem in den Kochtopf schauen.

Ich bin kein Medienapokalyptiker und stehe den Möglichkeiten,

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