Prost!

Stadtleben | aus FALTER 09/09 vom 25.02.2009

Lexikon der Getränke. Diese Woche: Trappistenbier

Jetzt heißt’s stark sein, sagte das Bier zum Trappisten

Die armen Mönche. Wenn’s an die Fastenzeit ging, war’s vorbei mit dem angenehmen Leben, also zumindest hinsichtlich Fleischverzehr. Und um irgendwie trotzdem Fleisch auf den Rippen und Freude am Dienst an der Gemeinde zu haben, brauten sich die Mönche also ziemlich starke Biere, mit denen sich das schon ganz gut aushalten ließ (dazu muss gesagt werden: Fastenzeit war in the dark ages ja quasi eh dauernd).

Besondere Fertigkeit in Sachen Starkbier erlangen die asketischen Trappisten, die ihr Bier erfreulicherweise auch nicht selber trinken, sondern den Erlös des Verkaufs sozialen Zwecken widmen. Das zum einen. Zum anderen sind Trappistenbiere, wie zum Beispiel das Chimay, auch wegen der vielen Parallelen zum Wein interessant: annähernd gleicher Alkoholgehalt, extrem lagerfähig (das 08er hält etwa bis 2013), außerdem muss es dekantiert und vorsichtig behandelt werden, so empfiehlt sich vor dem Genuss eine Ruhephase (für die Flasche, nicht den Trinker) von acht Tagen stehend. Gelagert wird Trappistenbier außerdem im Keller und nicht im Kühlschrank, getrunken wird das dunkelbraune Starkbier mit dem schlagobersartigen Schaum im Idealfall aus einem Glas, das an einen Burgunderkelch erinnert. Der Geschmack dieses Trinkbrots ist interessant malzig, schon ganz schön süß, würzig, schwer. Eher nicht zur Bratwurst, eher zum Rehrücken. Öha, ist ja Fleisch.

Übrigens: Das Chimay bleu gibt es um € 2,50 bei Magazin 5 (5., Wiedner Hauptstraße 140). fH


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