Der Gesundbeter

Steiermark | aus FALTER 09/09 vom 25.02.2009

In der Krise um Gerhard Wagner stand Bischof Egon Kapellari als aufrechter Widerständischer im Rampenlicht. Seine steirischen Schäfchen hingegen warten noch auf Mut und Reformen

Porträt: Gerlinde Pölsler

Den Lächler“ nannte Egon Kapellari Wolfgang Pucher, als die beiden zusammen studierten. Auch heute noch beginnt der steirische Bischof Briefe an Pfarrer Pucher, der inzwischen das Vinzidorf und viele andere Auffangstätten für Arme gegründet hat, mit „Mein lieber Hilarius!“ – „Der Heitere“. „Manchmal“, lobt Pucher, „kommt er ins Vinzidorf, ohne sich anzumelden“ und ohne großes Trara darüber zu machen. Da sei er anders als Papst Benedikt XVI., der „kein Fuzi Kontakt mit Armen hat“. Bei aller Freundschaft konnte der Pfarrer den Bischof zu einem bis heute nicht bewegen: „Dass er zur Menschenhatz gegen die Roma, gegen die jeder ungestraft alles sagen kann, Stellung bezieht.“ Pucher wünscht sich, „dass Kapellari auch öffentlich zeigt, dass er die Sorgen

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