Kritik

Das ist Brutalität: Manager unter sich

Lexikon | Bettina Hagen | aus FALTER 09/09 vom 25.02.2009

Vier Anwärter auf einen gehobenen Managerposten werden gemeinsam in einen Konferenzraum gelockt, um – so scheint es jedenfalls – sich selbst und ihre Mitbewerber bei verschiedenen Aufgaben bloßzustellen. Der Katalane Jordi Galcerán widmet sich in seinem Stück „Die Grönholm-Methode“ dem Thema Humankapital – zur Entstehungszeit, 2003, machte die Veröffentlichung von menschenverachtenden Notizen eines Personalberaters in Spanien gerade Furore. Thema und Umsetzung sind auf der Bühne vor allem deshalb spannend, weil sich ganz unterschiedliche Sichtweisen auf die Charaktere eröffnen; denn obwohl klar scheint, wer oder wo die Bösen zu orten sind und welche Eigenschaften von den Kandidaten erwartet werden, ändert sich alles mit deren Funktion.

In der Scala spielen sich unter der Regie von Rüdiger Hentzschel drei Männer und eine Frau entschlossen um Kopf und Kragen. Kein Problem oder Unglück ist zu privat, als dass es in Verbindung mit der Reaktion der anderen nicht für den zukünftigen Arbeitgeber aufschlussreich sein könnte. Moral oder Mitgefühl haben ausgedient.

Scala, täglich außer So/Mo, 19.45 (bis 11.3.)


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