Kritiken

Zu gut gelaunt: Haydn in der Kammeroper

Lexikon | Andreas Dallinger | aus FALTER 09/09 vom 25.02.2009

Als Beitrag zum Haydn-Jahr zeigt die Kammeroper das Opernfragment „Le pescatrici“. Liebe ist in dieser Geschichte kein Ausdruck echter Verbundenheit oder gar Leidenschaft, sondern zweckorientierte Suche nach sozialem Aufstieg und einem Ausweg aus der Pein der Arbeitslosigkeit. Am Ende sind drei Paare aus bloßer Notwendigkeit verbunden, und man muss kein Prophet sein, um ihnen eine triste Zukunft vorauszusagen. Das allerdings ist die kluge Lesart des Regisseurs Peter Pawlik. Goldonis Libretto verträgt das. Joseph Haydns psychologischer Charakterisierung abholde und der guten Laune unverbrüchlich verpflichtete Musik aber perlt kunstfertig an dieser Interpretation vorbei.

Kammeroper, Sa, Di, Do 19.30 (bis 21.3.)


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