Buch der Stunde

Lexikon | Karin Chladek | aus FALTER 09/09 vom 25.02.2009

Der Zeit-Autor Bernhard Pötter legt hier kein weiteres wissenschaftliches, sondern ein politisches Buch vor: überzeugend, spannend und treffsicher. Pötter geht den Triebkräften des Treibhauseffekts vor Ort nach und hat dazu viele Interviews geführt – mit Ölarbeitern und Kohlelobbyisten, Ingenieuren und Meeresbiologen, Waldökologen und Holzfirmen, bekannten Mitarbeitern des Intergovernmental Penal on Climate Change (IPCC) und lautstarken „Klimaskeptikern“, denen nicht wenige Journalisten in ihrem Bemühen, auch die „andere Seite“ zu hören, aufgesessen sind. In 26 Fallstudien porträtiert er Täter und Opfer des Treibhauseffekts – wobei das hier keine moralischen, sondern analytische Kategorien sind. Kleinbauern am Amazonas zählen zu den „Tätern“, also Mitverursachern des Klimawandels, denen aber derzeit kaum eine andere Überlebensmöglichkeit als die Waldzerstörung bleibt; die Autoindustrie hingegen wird zum „Opfer“ ihrer spritfressenden Produkte. Selber schuld,


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