Ohren auf!

Sammelkritik

Lexikon | Carsten Fastner | aus FALTER 09/09 vom 25.02.2009

Daran wird wohl auch das aktuelle Mendelssohn-Jahr 2009 nichts ändern: Das beliebteste Violinkonzert der Klassikwelt stammt – geht man nach der Präsenz auf dem Plattenmarkt – nicht von dem Hamburger Komponisten, dessen 200. Geburtstag heuer gefeiert wird, sondern von dessen 24 Jahre jüngerem Landsmann Johannes Brahms.

Unspielbar sei dieses Violinkonzert D-Dur, op. 77, hieß es nach der Leipziger Uraufführung 1879; es sei nicht für, sondern gegen die Violine geschrieben, befand Hans von Bülow; und mancher Geigenvirtuose weigerte sich, es in sein Repertoire zu nehmen – aus Eifersucht auf die Oboe, der Brahms im zweiten Satz das schönste Thema zudachte.

Es war wohl eher die ungewöhnliche Anlage des Werks, die all diese Kritik provozierte. Nicht um eine möglichst prachtvolle Darstellung des Virtuosen ging es Brahms, sondern um eine sinfonisch gedachte Verschmelzung des – gleichwohl höchst anspruchsvollen – Soloparts mit dem Orchester. Und genau dafür wird das Konzert heute


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