Wieso der Wiener Bürgermeister auf einmal die urbane Mittelschicht entdeckt

Politik | aus FALTER 10/09 vom 04.03.2009

Ein kostenloser Kindergartenplatz für alle bis sechs Jahre. Das ist eine Ankündigung, die ganz nach rotem Wien klingt. SPÖ-Chef Michael Häupl präsentierte diesen Plan vergangene Woche bei der Klubklausur der Wiener SPÖ in Rust - und eröffnete damit den Kampf um Wien, obwohl der reguläre Wahltermin erst 2010 ansteht.

Sein Signal: Die Roten reagieren gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise auf gesellschaftspolitisch wichtige Fragen. So will die SPÖ jetzt in ihren Gemeindebauten, die meist keinen Hausmeister mehr haben, eine "Nightwatch" einführen, "Ordnungsberater" sollen die Mieter betreuen. Die Mitarbeiter der Kundendienstzentren werden Kontrollgänge unternehmen - damit will man den Gemeindebau befrieden und Nachbarschaftskonflikte zwischen alteingesessenen und zugewanderten Wienern schlichten. Die Menschen in den 220.000 Wiener Sozialwohnungen sind eine wichtige Klientel, um die auch die FPÖ kämpft.

Die Oppositionsparteien hatten den nun vorgestellten Gratiskindergarten schon


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