"Ich komm hier nie an"

Politik | aus FALTER 10/09 vom 04.03.2009

Migrationsexperte Mark Terkessidis über Integrationspolitik, die Festung Europa und das Machogehabe junger Muslime, die den Koran gar nicht kennen

Interview: Robert Misik

Mark Terkessidis, 42, ist Geisteswissenschaftler, Radio- und Printjournalist. Er war Spex-Redakteur und beschäftigte sich in den vergangenen Jahren hauptsächlich mit Migrationsfragen. Er ist Autor zahlreicher Bücher, darunter das Standardwerk "Die Banalität des Rassismus" (transcript-verlag, Bielefeld 2004).

Falter: Europa lässt immer weniger Immigranten rein - und schafft es nicht, sie zu integrieren. Eine düstere Aussicht?

Mark Terkessidis: Europa mangelt es am Willen, eine sinnvolle Einwanderungspolitik zu gestalten. Einerseits tut man so, als baue man eine Festung Europa, andererseits lässt man alle möglichen Türchen offen, über die Leute nach Europa kommen - die leben dann hier ohne Papiere. Man klammert sich an die Idee, man müsse der Herr im Haus bleiben, obwohl die demografische Entwicklung einen anderen

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