Nachgesehen

Der Schauplatz, am Tag nach dem Geschehen noch einmal betrachtet

Politik | Nina Horaczek | aus FALTER 10/09 vom 04.03.2009

Am Tag, nach dem den Politikern das Dach auf den Kopf fallen sollte

Nein, noch haben Österreichs Volksvertreter im Parlament keine Bauhelme auf, wenn sie die Interessen ihrer Wähler vertreten. Alles läuft seinen gewohnten Gang, die Kellner in der Cafeteria servieren Nusspalatschinken und Rotbarschfilet auf Paprikagemüse mit Petersilkartoffeln und die Abgeordneten huschen wie gewohnt durch die Gänge. Einen Tag zuvor veröffentlichte der Standard ein Gutachten über den baulichen Zustand des Hohen Hauses. Das Parlamentsdach ist einsturzgefährdet, der Putz bröckelt, Leitungen hängen aus der Wand und im Brandfall besteht "eine erhöhte Gefahr für Leib und Leben", ist darin zu lesen. Lebensgefährlich ist das Politikerleben trotzdem nicht. Zwar ist der Plenarsaal mit dem Charme der 50er-Jahre dringend sanierungsbedürftig, akute Einsturzgefahr besteht jedoch nicht. Das "Gutachten über die Sanierung des Nationalratssitzungssaales im Parlamentsgebäude" ist übrigens auf der Parlamentshomepage abrufbar.


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