Trickreiche Schleichwege zum Publikum

Feuilleton | aus FALTER 10/09 vom 04.03.2009

Das Animationsfilmfestival Tricky Women präsentiert den charmantesten Langfilm des jungen Kinojahres

Vorschau: Joachim Schätz

Endlich ist es heraus: Betty Boop, der unvergleichliche Cartoon-Flapper der Depressionsära, hat eine Schwester. Die ist etwas braver, hat eine Figur wie eine Sanduhr, die Singstimme von Twenties-Jazzchanteuse Annette Hanshaw - und eine Hauptrolle im indischen Epos Ramayana.

"Who's that knockin' at my door?", singt Sita beschwingt, wenn ihr Heldengemahl Rama samt Affenarmee anrückt, um sie aus den Händen des zehnköpfigen Entführers Ravana zu befreien. Dessen Dämonenkrieger fallen in der raffinierten 2-D-Computeranimation von "Sita Sings the Blues" nach jedem tödlichen Hieb fein säuberlich auseinander.

Mit ihrem quicklebendigen 82-Minüter, einem der Höhepunkte im heurigen Tricky-Women-Programm, hat die US-Comicautorin und -Animationsfilmerin Nina Paley mehr im Sinn als das bloß ironische Überpinseln eines Legendenbestands.

Die uralte Geschichte Sitas, die


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