Kritik

Der Aufseher spricht: Theater im Mumok

Lexikon | Bettina Hagen | aus FALTER 10/09 vom 04.03.2009

Der medien- und kunstbetriebskritische Text "Nipplejesus" vom Londoner Starautor Nick Hornby folgt dem inneren Monolog eines Museumsaufsehers, der ein kontroversielles Kunstwerk zu bewachen hat: ein Brustbild des gekreuzigten Christus, das aus lauter kleinen Fotos von weiblichen Brustwarzen besteht. Die Dramatisierung des Textes findet als Co-Produktion des Dschungel Wien mit dem Mumok in der Lassnig-Ausstellung statt und könnte gelungener nicht sein: Unter der Regie von Juergen Maurer gibt Reinhold G. Moritz einen gestandenen burgenländischen Wachmann, der von seiner eigenen Leidenschaft für zeitgenössische Kunst überrascht wird. Auch das übrige fiktive Personal wurde so behutsam ausgetauscht und ergänzt, dass sich die Handlung völlig organisch in ein mögliches österreichisches Szenario fügt.

Mumok, Fr und Sa 19.30


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