Vernissage

Atemlose Fotojagd in der Großstadt

Lexikon | aus FALTER 10/09 vom 04.03.2009

Es war die Erfindung der ersten Kleinbildkamera Leica, die den Fotografen die öffentliche Jagd nach Motiven möglich machte. Studioinszenierungen und lang geplante Aufnahmen am Stativ wurden Mitte der 40er-Jahre von der Ästhetik des Schnappschusses abgelöst. Die Ausstellung "Big City. New York Street Photography" bringt nun erstmals die wichtigsten US-Vertreter einer neuen urbanen Bildpoesie, die zwischen 1940 und 1980 entstanden ist, nach Österreich.

Eine junge Generation an Fotografen versuchte dem schnellen Puls der Großstadt New York visuell gerecht zu werden und ließ bis dahin geltende Regeln der Bildkomposition bewusst außer Acht. So kommt etwa in Lee Friedlanders Großstadtszenen oder in Gary Winogrands wie zufällig wirkenden Aufnahmen von öffentlichen Veranstaltungen ein Umgang mit Perspektive zum Ausdruck, bei dem sich das Motiv gleichsam aus dem rechteckigen Ausschnitt hinauszudrängen scheint. Der Unterschied zwischen dokumentarischer und künstlerischer Fotografie wurde durch diese neue Ästhetik herausgefordert. Die von dem amerikanischen Experten Gilles Mora kuratierte Ausstellung gibt mit Fotos von Walker Evans, Diane Arbus, Robert Frank, Helen Levitt und vielen anderen einen ausführlichen Überblick. NS

Wien Museum, Eröffnung: Mi 18.30; bis 24.5.


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