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Kurz besprochen

Lexikon | aus FALTER 10/09 vom 04.03.2009

Roman

Bernhard Seiter: Passenger Hammerschmid. Picus, 200 S., € 19,90

Pokern ist in. Jetzt gibt's den Roman dazu. Hammerschmid hetzt kreuz und quer über den Globus, jeden Tag ein anderes Hotel, ein anderes Casino, ab und zu mal ein Fick mit der Kartendealerin, man kennt sich. Sein Besitz passt in zwei Koffer, wenn er ein neues Maßhemd kauft, schmeißt er ein anderes weg. Hammerschmid ist erfolgreich, routiniert und allein. Seine Welt ist globalisiert, klimatisiert, aber ziemlich kalt. Die Frauen auf der Straße: "Sie alle bleiben fremd, wie die Erlösung." Dann beginnt er zu verlieren, bis er zusammengekrümmt vor seinem Hotelzimmer in irgendeiner Stadt liegenbleibt.

Hier setzt die Erzählung ein. Bernhard Seiter erzählt in hämmerndem Rhythmus, stakkatoartigen Sätzen, harten Dialogen. Als Hammerschmids trinkende Mutter, ein älterer Bruder, seine Ex und eine kleine Tochter, der er das alles erzählt, auftauchen, wird der Roman ein wenig melodramatisch. Aber das gehört durchaus zu dieser


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