Ohren auf!

Sammelkritik

Lexikon | Klaus Nüchtern | aus FALTER 10/09 vom 04.03.2009

Mit der skandinavischen Spiritualität ist das so eine Sache. Wird sie Musik, dann entwickelt sie gern einen Hang zum Halligen; Klangnebel wabern durch die Wälder, und die Gitarrensoli haben die Konsistenz von Pizzakäse. Ganz so schlimm muss es zwar nicht immer kommen, aber ganz ohne Scandinavian Soundeffects geht es selten ab. Der Norweger Bugge Wesseltoft ist eine der Schlüsselgestalten der elektronikaffinen Jazzszene seines Landes. Als Pianist spielt er nicht gerade in der Liga eines Bobo Stenson, weiß den Hang zu schlichtem Schönklang aber durch gesangliche Ergänzung, perkussive Erweiterung und elektronische Verfremdung aufzupeppen, sodass auf "Playing" nicht nur eine frecherweise mit "Takes" betitelte Version von "Take Five" zu hören ist, sondern auch geloopte Grooves mit Gospelpathos suggestiv gemischt werden.

Einen durchaus ähnlichen Zugang wählt das Geir Lysne Ensemble auf seinem Album "The Grieg Code" (ACT). Das 13-köpfige, aus Reeds-, Brass- und Rhythmsection bestehende


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