Die Lebenden und die Toten

Extra | Thomas Askan Vierich | aus FALTER 11/09 vom 11.03.2009

"Nächtliche Vorkommnisse" von William Gay ist eine Gothic Novel auf höchstem literarischem Niveau

Wenn man einen Hang zur Nekrophilie hat, sollte man Bestattungsunternehmer werden. So wie Fenton Breece. Der spielt gerne mit den Leichen, die man ihm bringt: richtet sie her, zieht sie aufreizend an, legt Mann und Frau eng umschlungen in einen Sarg. Das ist nicht nur obszön, es spart auch den zweiten Sarg.

Bis ihm die Tyler-Kinder auf die Schliche kommen, die die Gräber öffnen, weil Breece auch ihren Vater nicht würdig beerdigt hat: Manche Särge sind leer, manche mit Unrat gefüllt; findet sich eine Leiche darin, ist sie entstellt oder absurd geschmückt.

Er killt Menschen wie Karnickel

Zwei Jugendliche stören die Totenruhe und entdecken, dass der ortsansässige Bestatter ein Wahnsinniger ist. William Gay beschreibt dies in einer hochliterarischen Sprache; er spielt nicht mit Effekten, er gräbt tiefer. Sein Horror soll uns nicht bloß gruseln, sondern erschüttern.

Was sollen die beiden


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