Vom Tellerwäscher zur Wasserleiche

Extra | Jörg Magenau | aus FALTER 11/09 vom 11.03.2009

Für seinen Roman "Niederland" wurde Joseph O'Neill soeben mit dem PEN/Faulkner Award ausgezeichnet

Was für ein prachtvoller "Migrationshintergrund": Joseph O'Neill wurde 1964 als Sohn eines Iren und einer Türkin geboren, wuchs in Holland auf, studierte Jura in Cambridge, arbeitete als Wirtschaftsanwalt in London und zog schließlich mit seiner britischen Frau nach New York, wo sie mit drei Söhnen im Chelsea Hotel wohnen. Das Hotel ist, wenn man sich's leisten kann, der passende Ort, um so einem Leben Sesshaftigkeit zu geben. Die amerikanische Literatur braucht für "Migration" kein eigenes Label, denn das ist ja die Bedingung der nationalen und kulturellen Existenz.

Der Mythos vom Tellerwäscher, der zum Millionär aufsteigt, war immer schon eine Einwanderergeschichte. Er spielt auch in "Niederland" eine Rolle - O'Neills drittem Roman, dem ersten, der nun auf Deutsch vorliegt. Allerdings schafft es Chuck Ramkissoon, ein dunkelhäutiger Inder aus Trinidad, nicht zum Millionär. Er träumte


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