Immer knapp am Nordpol vorbei

Extra | Anja Hirsch | aus FALTER 11/09 vom 11.03.2009

In seinem Debütroman "Nikolski" verfolgt der Kanadier Nicolas Dickner die skurrilen Lebenswege notorischer Messies

Zugemüllte Zimmer, so könnte man annehmen, geben Einblick in die ungeordnete Seele ihrer Bewohner. Deren Unvermögen, sich von Dingen zu trennen, mag Folge einer frühkindlichen Störung sein. Doch wie ist das nun genau: Ziehen "Messies" die Gegenstände magisch an? Oder verhält es sich umgekehrt? Tatsache ist, dass in den entsprechenden Räumen merkwürdig unsichtbare Kräfte walten und es durchaus hilfreich wäre, das Chaos wenigstens zu kartografieren.

Diese Gedanken über Chaos und Ordnung führen ins Zentrum eines sehr ungewöhnlichen Romans: "Nikolski", 2005 der kanadische Überraschungserfolg des in Montréal lebenden, 1972 geborenen Autors Nicolas Dickner, überzeugte in seiner Heimat vor allem jüngere Leser. Vermutlich fühlten sie sich den provisorisch lebenden Figuren spontan verbunden. Das Buch in der Hand, den Blick auf ungespülte Geschirrhaufen und abenteuerliche


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