Völkerverständigung mit špás, šlágr und šnicl

Extra | Tabea Soergel | aus FALTER 11/09 vom 11.03.2009

Ziemlich tschechisch und ziemlich gut: "Grandhotel", der jüngste Roman von Jaroslav Rudiš

Fleischman hat den Absprung nie geschafft. In seiner Heimatstadt Liberec, dem dauerverregneten "Pisspott Europas" unweit der tschechisch-deutschen Grenze, arbeitet er als Faktotum im einst futuristischen, nun völlig abgewrackten Grandhotel seines jähzornigen Vetters Winnetou Jégr.

Das Hotel ist eine altersschwache Rakete auf der Spitze des Bergs Ještêd, das im Winter bedrohlich im Sturm schwankt und bevölkert wird von den Geistern der Vergangenheit und einer Rotte moderner Universalversager.

Vom Leben erwartet Fleischman nicht viel: Er will die Wolken studieren, der hübschen Wetteransagerin im Fernsehen zuschauen und seine Ruhe. Die ist ihm allerdings nicht lange vergönnt. Erst taucht der alte Sudetendeutsche Franz auf, den der Krieg aus Liberec vertrieben hat, als es noch Reichenberg hieß. Nun muss ihm Fleischman bei der unorthodoxen Beisetzung seiner toten Kumpel helfen. Dann taucht auch


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