Kommunismus ist ein Retro-Gefühl

Extra | Barbara Tóth | aus FALTER 11/09 vom 11.03.2009

Der Slowake Michal Hvorecky und die Tschechin Petra Hulová machen einen eleganten Bogen um die Jetztzeit

Der Slowake Michal Hvorecky weiß, wie man einen publikumswirksamen Roman zimmert. In seinem Erstling "City" entführte er den Leser noch in eine seltsam oberflächliche Zukunftswelt namens "Supereuropa", in der Staaten ihre Namen der Markenmacht unterwerfen und sich RedBullgarien, Pumarokko oder Mazdadonien nennen. Frauen lassen sich Nivea, Gucci oder Nike rufen, Männer Hilfiger und Volvo.

In seinem zweiten, eben auf Deutsch erschienen Roman "Eskorta" muss der Held den nächsten, logischen Schritt der totalen Vermarktung vollführen. Die Hauptfigur Michal Kirchner, Kind zweier bekennender Homosexueller, die sich zur Ehe entschlossen haben, um ihr Schwulen- bzw. Lesbendasein auch im Kommunismus ausleben zu können, verdingt sich als schöner Luxus-Callboy in einem Bratislava der nahen Zukunft. Auf rasanten 250 Seiten erlebt er die Verlockungen des schnellen Geldes, die Oberflächlichkeit


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