Ein gerader Rauch bei minus 37 Grad

Extra | Erich Klein | aus FALTER 11/09 vom 11.03.2009

"Eine Stimme im Chor", Andrej Sinjawskijs Buch über die stalinistische Lagerwelt, wurde neu aufgelegt

Das Pseudonym, unter dem "Das Verfahren läuft", eine düstere Groteske über den Spätstalinismus, Anfang der 1960er-Jahre in Paris erschien, war schon Provokation genug. Als Abram Terz, der Taschendieb aus Odessa, den man in der ganzen Sowjetunion aus einem Chanson kannte, überdies noch das Pamphlet "Was ist Sozialistischer Realismus?" publizierte, war es mit der Geduld der Behörden zu Ende: Der tatsächliche Verfasser der beiden Werke, der Moskauer Literaturwissenschaftler und Kritiker Andrej Sinjawskij (1925-1997), war rasch ermittelt.

Die Anklage lautet auf "antisowjetische Tätigkeit", das Urteil: sieben Jahre verschärftes Arbeitslager. Weltweite Proteste von Schriftstellern blieben ebenso wirkungslos wie das Engagement rarer Sowjetdissidenten; Michail Scholochow hingegen, der sowjetische Literaturnobelpreisträger des Jahres 1965, forderte Sinjawskijs Erschießung.

"Ich werde ohne

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