"Eine Überdosis Scheißfolklore"

Extra | Kirstin Breitenfellner | aus FALTER 11/09 vom 11.03.2009

Dubravka Ugrešics Roman "Baba Jaga legt ein Ei" handelt von welkenden Körpern, Dauerständern und slawischen Mythen

Sie ähneln "betagten Bulldoggen", haben Halsfalten wie Puten und ein Gestell, "leicht wie Vogelknochen" - und zumindest eine konnte dem Sirenenruf dieser "Heerscharen gealterter Engel" nicht widerstehen: Dubravka Ugrešic, die den alten Frauen ihr neues Buch "Baba Jaga legt ein Ei" gewidmet hat. Dieses komplexe Buch kommt in drei Teilen daher, die sich wechselseitig bespiegeln und ergänzen, und mit einer Heerschar von Verweisen, mit denen Ugrešic ihr hintergründiges Spiel treibt.

Baba Jaga, das ist ein anthropomorphes weibliches Wesen aus der slawischen Mythologie mit Verwandten in den meisten anderen Kulturen: eine alte, hässliche, böse Hexe, eine uralte Göttin, die das Patriarchat zu einem Scheusal degradiert hat und nun von Ugrešic auf überzeugende und unpeinliche Weise aus der Klammer rein frauenfeindlicher Interpretationen gerettet wird.

Auf einer zweiten Ebene


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige