Selbst die Bleistifte waren früher besser

Extra | Georg Renöckl | aus FALTER 11/09 vom 11.03.2009

In dem Roman "Der Fliegenpalast" zeichnet Walter Kappacher ein subtiles Porträt Hugo von Hofmannsthals

Mit 25 Jahren kann jeder Talent haben. Mit 50 Jahren Talent zu haben, darauf kommt es an." Schwer zu sagen, ob Hugo von Hofmannsthal das Degas-Zitat kannte. Er dürfte aber ähnlich gedacht haben wie der französische Impressionist - nur mit umgekehrten Vorzeichen: Während es Degas bis ins hohe Alter nicht an Selbstvertrauen fehlte, kennzeichneten häufige Krisen Hofmannsthals Schaffen. In einer solchen befindet er sich auch in Walter Kappachers Roman "Der Fliegenpalast", der den Dichter als 50-Jährigen porträtiert.

Kappachers Hofmannsthal, im Roman nur "H." genannt, verbringt im Sommer 1924 einige Tage in Bad Fusch, einem heute verlassenen Kurort am Großglockner. Am Urlaubsort seiner Kindheit will er ungestört an einigen halbfertigen Texten arbeiten. Doch die Schaffenskraft der frühen Jahre ist dahin, Fantasie und Inspiration sind nicht mehr zur Stelle, wenn er sie braucht. Auch


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige