Die Oma von Thomas Bernhards Opa …

Extra | Georg Renöckl | aus FALTER 11/09 vom 11.03.2009

Johannes Freumbichler revidiert das Klischee von der sittenstrengen, bäuerlichen Welt der Vormoderne

Ein "Salzburger Bauernroman" aus dem Jahr 1937, das klingt verdächtig nach Alpenkitsch oder Blut und Boden. Nun stammt das Buch aber von niemand anderem als Johannes Freumbichler, Thomas Bernhards Großvater, über den der berühmte Enkel schrieb: "Alle meine Kenntnisse sind zurückzuführen auf diesen für mich in allem lebens- und existenzentscheidenden Menschen." Man nähert sich dem Roman, der anlässlich von Bernhards 20. und Freumbichlers 60. Todestag bei Insel neu verlegt wurde, also mit allem gebotenen Respekt.

Die ersten Seiten wird man trotzdem eher durchleiden. Da liegen Felder und Wiesen wie buntbestickte Teppiche überm Land, gar fröhlich kräht die Kinderschar, die hochbuckelige Postkutsche rollt über das weiße Band der Reichsstraße in die weite, schöne Welt ... Und doch wäre es falsch, sich von der altertümelnden Sprache, an die man sich dann rasch gewöhnt, den Blick


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