Die Schrecken des Eises und der Vergangenheit

Extra | Alexandra Millner | aus FALTER 11/09 vom 11.03.2009

Mit "Nordlicht" gelingt Melitta Breznik ein kluger Roman über die Neugier am Leben in einer wortkargen Gegend

In "Nordlicht" verknüpft Melitta Breznik zwei Frauenschicksale geschickt zu einer Reflexion über die Macht der Geschichte.

Was bringt eine österreichische Psychiaterin dazu, sich freiwillig der Einsamkeit, der Stille und der Dunkelzeit auf den Lofoten auszusetzen? Anna Berghofer, die Protagonistin in Melitta Brezniks neuem Roman "Nordlicht", ist am Limit. Beruflich überfordert, von ihrem Mann ausgenutzt und diesem entfremdet, nervlich geschwächt - und sie hat niemanden, der ihr zuhört. In Norwegen will sie ihre eigene Stimme wieder vernehmen lernen und sich selbst unter Kontrolle bringen, denn in letzter Zeit haben ihr Halluzinationen zugesetzt.

Um sich von dem alten Leben zu befreien, löst sie zwar ihre Partnerschaft, ihr Angestelltenverhältnis und ihre Wohnung auf, aber die Last der Vergangenheit hat sie dennoch im Gepäck. Dieses wiegt umso schwerer, da sie die Notizen


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