Spitzen der Bosheit und der Menschenliebe

Extra | Leopold Federmair | aus FALTER 11/09 vom 11.03.2009

Im Erzählband "Macht euch keine Sorgen" betreibt Lydia Mischkulnig zeitgemäße Selbstaufklärung

Eine faszinierende Tollheit des Schreibens", wie sie ihrem 2002 erschienenen Roman "Umarmung" konstatiert wurde, ist in Lydia Mischkulnigs neuem Buch allenfalls untergründig am Werk, und eine "Chaotisierung der Identität" blitzt nur an vereinzelten Stellen auf.

Verhalten wohlproportioniert

Die meisten dieser "neun Heimsuchungen" kommen in klassischem Gewand daher, wohlproportioniert und verhalten erzählt, mit feinen Spitzen da und dort, Spitzen der Bosheit, der Entgeisterung und der Menschenliebe. Am überraschendsten wirkt "Die Firma", von der Titelfigur in Ich-Form erzählt: ein umsichtiges, gerechtes Wesen, das dem in der Fehlerhaftigkeit seiner Individualität verfangenen Leser Schauer über den Rücken zu jagen vermag.

Das Buch enthält, formal dann schon weniger überraschend, noch eine zweite Firmengeschichte, hinter der sich unschwer das schwedische Möbelhaus ausmachen lässt, dessen


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