Implodierende Männer in mittleren Jahren

Extra | Julia Kospach | aus FALTER 11/09 vom 11.03.2009

"Das Glück in glücksfernen Zeiten": Wilhelm Genazino gibt seinem überempfindlichen Helden einiges zu beißen

Da ist er wieder, der typische Wilhelm-Genazino-Held: Schon auf Seite acht formuliert er den Eindruck, "dass die ganze Zeit eine unhaltbare Sache abläuft: mein Leben". Gleich zwei Seiten später empört sich seine "ratlose Seele" über das "Zwangsabonnement der Wirklichkeit", das sich bedauerlicherweise nicht abbestellen lässt.

Gerhard Warlich verbringt wahrlich ungehörig viel Zeit damit "herumzuempfindeln". Sein Berufsalltag als Geschäftsführer einer Großwäscherei lässt dem promovierten Philosophen ausreichend Spielraum fürs Nachdenken über sein Lieblingsprojekt "Halbtags leben". Schon mittags nämlich übersteigen die Anstrengungen des ersten halben Arbeitstags seine Kraftreserven.

Wilhelm Genazinos neuer Roman trägt den Titel "Das Glück in glücksfernen Zeiten", und dass darin einer vielleicht tatsächlich irgendwo das Glück finden könnte, scheint anfangs völlig


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