Postromantisch und scheißmimetisch

Extra | Verena Mayer | aus FALTER 11/09 vom 11.03.2009

In ihrem zweiten Roman ordnet Susanne Heinrich das Leben dreier Paare neu

Diese Ehe steht unter keinem guten Stern. Bereits am Abend vor der Hochzeit geht das Aussteuergeschirr zu Bruch, einer der Gäste hat es versehentlich zum Poltern verwendet. Dem zukünftigen Ehemann ist das gleichgültig, die Braut denkt irgendwann nur mehr: "Es wäre jetzt der perfekte Zeitpunkt, sich zu trennen." Und das Service ist auch noch von Rosenthal, dem deutschen Traditionsbetrieb, den die weltweite Finanzkrise in den Abgrund gerissen hat. Wenn das kein Zeichen ist.

Suite für den Hochzeitsfick

Eheschließungen sind ein dankbarer Topos. Das Fest folgt einer bestimmten Dramaturgie, an der man schön entlangerzählen kann. Entgleisungen und Enttäuschungen gibt es obendrauf. Wobei die Hochzeitszeremonie im zweiten Roman von Susanne Heinrich eher im Hintergrund steht. Die junge Berliner Autorin konzentriert sich auf das Rundherum, den gebremst amüsanten Polterabend, das Hotel, in dem die Feierlichkeiten stattfinden.


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