Rache für Capablanca

Extra | Stefan Löffler | aus FALTER 11/09 vom 11.03.2009

Zweimal schachmatt: Guillermo Martinez' holprige Novelle und Fabio Stassis allzu freier Weltmeisterroman

Roderer wird nicht sein Freund werden. Gleichgültig lässt er den Erzähler aber auch nicht. Der trifft den gleichaltrigen, neuen Mitschüler das erste Mal in einer Bar, in der ein paar Schachtische stehen. Ihre Partie, die das erste Kapitel beschreibt, zeigt: Wie sie spielen, so sind sie - der Streber gegen den genialen, aber lebensuntüchtigen Sonderling. Mit Zügen, die weder Drohungen noch Pläne erkennen lassen, und ohne je aus der Defensive zu gehen, kommt Roderer zum Sieg.

Dann kann das Schuljahr beginnen. Während der Erzähler unaufhaltsam die Bildungsleiter erklimmt, wird der in seine Bücher versunkene Roderer von den Lehrern in Ruhe gelassen. Nur ein paar Mädchen interessieren sich für ihn. Eines ist fest entschlossen, ihm zu gefallen und hungert sich zu Tode, ohne von ihm auch nur bemerkt zu werden.

Nur einmal verplappert sich Roderer, dass er krank sei: Seine Zeit ist begrenzt,


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