Wege ins Freie, ins Abseits, ins Nichts

Extra | Stephan Steiner | aus FALTER 11/09 vom 11.03.2009

"Jenseits der Linie" versammelt Essays des umstrittenen österreichischen Philosophen Rudolf Burger

Die "Linie" als Trennstrich zwischen zwei Sphären ist eine alte Denkfigur. In der Neuzeit wurde sie, aller ihr davor innewohnenden religiösen Heilserwartung entkleidet, zu einem Aufmarschgebiet des Skeptizismus: Montaigne wunderte sich, dass ein Gebirgszug die Wahrheit der einen Region von der einer anderen trennen könne; Pascal staunte über drei Breitengrade, die die Macht besäßen, die gesamte Jurisprudenz über den Haufen zu werfen, und Carl Schmitt beschrieb die Neue Welt der Conquistadores als eine Zone, in der Recht und Unrecht außer Kraft gesetzt seien und in der stattdessen die entfesselte Gewalt tobe.

Ernst Jünger war es vorbehalten, derartige Irritationen ins Positive zu wenden: Den Antagonismus von verweichlichtem Bürger und vitalistischem Krieger sah er an einer kommenden Zeitgrenze sich auflösen und verkündete eine von alten Werten radikal befreite, vom Kriegertypus geprägte


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