Zeit der kollektiven Wahnvorstellungen

Extra | Alfred Pfoser | aus FALTER 11/09 vom 11.03.2009

Philipp Blom, ein Neowiener, entwickelt ein beeindruckendes europäisches Panorama der Epoche vor 1914

Vergleiche mit der Gegenwart drängen sich auf. Der Autor will das auch so. Ein Begriff, der damals, in diesen Schwindel machenden Jahren von 1900 bis 1914, oft gefallen ist und uns bekannt vorkommt: Taumel. Keine Solidität. Philipp Blom hat rund um dieses Gefühl in der Urgroßväterzeit ein dickes, unterhaltsames Buch, noch dazu eines mit einem ziemlich ehrgeizigen enzyklopädischen Anspruch geschrieben.

Blom arbeitet mit einer Jahreschronologie. Jedes Jahr bekommt ein eigenes Kapitel, jedes Kapitel fängt mit einer einprägsamen Story an, mit der dann ein ganzes Thema entfaltet wird. Die Ouvertüre gehört einem Großevent im Paris des Jahres 1900. Nach außen hin warfen sich die Pavillons der Weltausstellung in protzige historistische Posen; Frankreich präsentierte sich in einer Nachstellung des mittelalterlichen Paris, die USA bauten eine Kopie des Kapitols, mächtige Türme in verschiedenen


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