Susan Sontag stirbt in Nüchternheit und ohne Pathos

Extra | Andreas Kremla | aus FALTER 11/09 vom 11.03.2009

David Rieff, der Sohn der großen Essayistin, liefert eine präzise Chronik ihrer letzten Tage, nicht mehr und nicht weniger

Die Ordination des Dr. A. Es treten auf: die berühmte, gefürchtete und umstrittene Essayistin Susan Sontag, ihr Sohn David Rieff und ein Mediziner, der nichts beschönigt. Ausgehend von der Krebsdiagnose schildert der Sohn die letzten Lebensmonate seiner Mutter im Jahr 2004.

MDS - das Kürzel umfasst eine ganze Gruppe von Knochenmarkserkrankungen. Gemeinsam ist ihnen, dass sie in Leukämie übergehen, im Volksmund auch Blutkrebs genannt. Realistisch betrachtet sind die Heilungschancen minimal, zumal die Autorin schon 71 Jahre zählt. Dieser Anfang vom Ende ist der Ausgangspunkt für David Rieffs Bericht vom Sterben der Susan Sontag. Wie viel Wahrheit die Medizin ihren Patienten zumuten soll, ist eine der Fragen, die er anhand ihres Überlebenskampfs umkreist. Vom Talent der Essayistin hat er einiges geerbt. Aus seinem Brotberuf leiht sich der Journalist die Präzision.


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