Historie als Possenspiel und Maskierung

Extra | Maya Mckechneay | aus FALTER 11/09 vom 11.03.2009

Drehli Robnik beleuchtet die mediale Karriere der Symbolfigur Claus Schenk Graf von Stauffenberg

Das Bemerkenswerte an "Valkyrie" war, dass nach all dem medialen Bahö, der vor allem in Deutschland um Hollywoods Neuverfilmung des Stauffenberg-Attentats veranstaltet wurde, tatsächlich so wenig bemerkenswert war an Brian Singers Film. Die Inszenierung zeigt sich ökonomisch und konventionell, der Hauptdarsteller, Tom Cruise, zurückhaltend. Kaum einmal lässt er sein Superstarlächeln flashen, als müsse er sparsam umgehen mit seinen Reizen. Die historische Ereignisfolge wird in "Valkyrie" abgehakt, von Stauffenbergs Kriegsverwundung 1943 in Nordafrika, die ihn einen Unterarm, zwei Finger der verbliebenen Hand und das linke Auge kostete, bis zu seinem kolportierten Ausruf "Es lebe das heilige Deutschland!" kurz vor seiner Erschießung nach dem missglückten Hitler-Attentat am 20. Juli 1944.

Vielleicht war die Erwartungshaltung gegenüber Brian Singers Film ja auch deshalb so gespannt, weil


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