Armee von Chancenarmen und Chancenlosen

Extra | Lukas Wieselberg | aus FALTER 11/09 vom 11.03.2009

In Roberto Savianos neuem Buch stehen Menschen im Mittelpunkt, die sich gegen die Mafia entschieden haben

Maria ist jung, zu jung. Mit ihren 17 Jahren steht sie am Grab von Gaetano, den sie in wenigen Tagen heiraten hätte sollen. Zur Hochzeit ist es nicht gekommen, weil Gaetano in Afghanistan in einen Hinterhalt der Taliban geraten war. Maria erzählt, wie sie vom Tod des italienischen Soldaten erfahren hat. Da es sehr heiß ist, taucht sie zur Abkühlung ihre Finger in Wasser, fährt gedankenverloren über ihren Brustansatz und berührt dabei die Erkennungsmarke von Gaetano. Der metallene Anhänger baumelt seit seinem Tod um Marias Hals, deformiert von Feuer und Hitze des Bombenanschlags. Als bei der Totenmesse die Kommunion gegeben wurde, nahm sie keiner von Gaetanos Freunden an. Dafür griffen sie zu ihren Erkennungsmarken.

"Sie zogen sie aus dem Halsausschnitt hervor und nahmen in dem Augenblick, in dem der Priester die Hostie reichte, ihre metallene Hostie in den Mund", schreibt Roberto


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