Komplizenschaft, Wegsehen, Verschleiern

Extra | Stefan Apfl | aus FALTER 11/09 vom 11.03.2009

Pünktlich zur Wiedereröffnung des irakischen Gefängnisses Abu Ghraib erscheint eine virtuose Pflichtlektüre zum Thema

Lässt sich Abu Ghraib erklären? Warum sich Amerikaner im Namen der Freiheit selbst zu Folterknechten degradierten. Wie das System funktionierte, das Fotos produzierte, auf denen lächelnde US-Soldaten zu sehen sind, hinter denen nackte Iraker zu einer Menschenpyramide aufgestapelt wurden. "Die Geschichte von Abu Ghraib" von Philip Gourevitch und Errol Morris nimmt sich nicht weniger vor, als genau diese Erklärungen zu liefern. Angesichts des hochpolitischen und nicht minder komplexen Themas erscheint der Buchtitel als ein großes, vielleicht zu großes Versprechen für 300 Seiten. Tatsächlich: Es wird gehalten.

Für seinen Oscar-prämierten Film "Standard Operating Procedure" führte Morris hunderte Interviews, sammelte tausende Seiten offizieller Dokumente, Tagebucheinträge und Briefe. Der langjährige New Yorker-Journalist Philip Gourevitch hat daraus ein so virtuoses


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