"Unsere Werte waren einen feuchten Dreck wert"

Extra | Florian Klenk | aus FALTER 11/09 vom 11.03.2009

Der junge Journalist Emir Suljagic liefert den ersten autobiografischen Bericht über das Massaker von Srebrenica

Können Sie sich erinnern, wo sie am 11. Juli 1995 waren?" Das ist die einzige Frage, die Emir Suljagic seinen Freunden stellen möchte. Doch er wagt es nicht, "weil ich weiß, dass ich am Ende allein dastehen werde, ohne irgendeinen Menschen". Am 11. Juli 1995 überrannten serbische Verbände die UN-Schutzzone Srebrenica. 25.000 bosnische Flüchtlinge suchten damals in der Enklave Zuflucht. 8000 Männer wurden auf Lastwagen verschleppt und erschossen. Serbische Militärs unter dem Kommando des noch immer flüchtigen Generals Ratko Mladic hatten die Aktion geplant. Dem Serbenführer Radovan Karadžic wird noch in diesem Jahr in Den Haag der Prozess gemacht.

Die Weltöffentlichkeit erfuhr schon bald von jenem Genozid, der vor den Augen der UN-Schutztruppen geschah. US-Satellitenbilder zeigten die von Planierraupen zugeschütteten Massengräber. Doch was geschah in der von Serben


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